Wie schenke ich, wenn jemand schwierige Zeiten hat?
Wenn es jemandem nicht gut geht, fühlt sich Schenken schnell „falsch“ an. Zu groß, zu klein, zu viel Trost, zu wenig Worte. Und gleichzeitig ist da dieser Wunsch, da zu sein. Nicht mit Lösungen. Sondern mit etwas, das leise sagt: Ich sehe dich. Ich halte kurz mit an.
Genau darum geht es bei achtsamen Geschenken: nicht um Aufmunterung um jeden Preis, sondern um echte Nähe. Ohne Druck. Ohne „Kopf hoch“. Ohne Erwartung, dass danach sofort alles besser sein muss.
Erst verstehen: Was ist gerade wirklich hilfreich?
In schwierigen Zeiten brauchen Menschen sehr unterschiedliche Dinge. Bevor Du etwas auswählst, hilft eine simple Frage an Dich selbst:
Worum geht’s gerade?
- um Erschöpfung und Überforderung?
- um Trauer oder Abschied?
- um Angst, Unsicherheit, Kontrollverlust?
- um eine längere Krankheitsphase?
- um ein „Ich funktioniere nur noch“?
Je klarer Du das Gefühl hinter der Situation spürst, desto stimmiger wird das Geschenk.
Und fast immer gilt: weniger Symbolik, mehr Alltag. Ein Geschenk muss nicht „groß“ sein. Es darf praktisch sein, weich sein, still sein. Es darf einfach nur begleiten.

5 Prinzipien für Geschenke, die wirklich gut tun
1) Nimm Druck raus
In schweren Phasen ist alles, was nach Erwartung aussieht, anstrengend. Auch gut gemeinte Aussagen wie „Wir müssen uns unbedingt bald sehen“ oder „Meld dich jederzeit“.
Besser sind Geschenke, die sagen:
Du musst nichts zurückgeben. Nicht antworten. Nicht funktionieren.
Das kann schon über den Ton passieren. Ein kleines Kärtchen mit einem Satz wie:
-
Ich bin da. Heute und auch später noch.
-
Kein Druck. Nur ein Zeichen von mir.
-
Du musst nichts schaffen. Nur atmen reicht.
2) Wähle etwas, das im Alltag landet
Wenn jemand kämpft, wird ein Geschenk dann wertvoll, wenn es in den Tag hineinpasst. Nicht als Deko, sondern als Griff, der immer wieder passiert.
Alltagsbegleiter sind oft die besten Tröster:
-
eine Tasse, die morgens einfach da ist
-
eine Trinkflasche, die ans Trinken erinnert, ohne zu nerven
-
ein kleines Schmuckstück, das sich wie „bei mir“ anfühlt
-
Papeterie, um Gedanken rauszulassen, ohne sie erklären zu müssen
3) Sag wenig und bleib ehrlich
Man muss nicht die perfekten Worte finden. Wirklich nicht. In schwierigen Zeiten wirken lange Texte oft übergriffig, weil sie die Situation „deuten“.
Besser ist eine kurze, klare Botschaft:
- Ich denk an dich
- Ich bin da
- Du bist nicht allein damit
Wenn Du unsicher bist, schreib genau das: „Ich finde keine passenden Worte. Aber ich wollte dich nicht alleine damit lassen.“
4) Achte auf die richtige „Energie“ des Geschenks
Manche Geschenke sind zu hell, zu motivierend, zu sehr „Aufbruch“. Das kann kippen.
In schweren Phasen sind oft diese Qualitäten stimmig:
- Ruhe
- Wärme
- Sicherheit
- Leichtigkeit in kleinen Dosen
- Erdung
- Selbstfürsorge ohne Programm
Wenn Du ein Motiv oder einen Spruch auswählst, frag Dich: Fühlt sich das nach „sanft“ an oder nach „du musst jetzt…“?
5) Mach es leicht anzunehmen
Ein Geschenk wird dann liebevoll, wenn es nicht kompliziert ist. Keine To-dos, keine „Du musst nur…“, keine Anleitung fürs Glück.
Schön sind Dinge, die sofort wirken:
auspacken, kurz lächeln, hinstellen, benutzen. Fertig.
Was Du besser vermeidest (auch wenn es gut gemeint ist)
- Humor, der die Situation klein macht (wenn Du nicht 100 % sicher bist, dass es passt)
- „Motivations“-Sprüche, die nach Leistung klingen
- sehr persönliche Fragen im Geschenktext („Erzähl mir alles…“), wenn die Person gerade Rückzug braucht
- Geschenke mit Verpflichtung (Gutschein für ein Erlebnis, das geplant werden muss)
- sehr große Gesten, wenn die Person eher still ist
Manchmal ist das Beste: klein, echt, da.
Konkrete Geschenkideen, die sich in schwierigen Zeiten bewährt haben
Wir geben Dir hier bewusst Ideen, die sich nicht nach „Trostpaket“ anfühlen, sondern nach Begleitung. So arbeiten wir auch bei Alles auf Anfang: Wir machen Dinge, die im Leben landen. Handgemacht, bewusst ausgewählt, nachhaltig gedacht und so gestaltet, dass sie sich nicht wie Werbung anfühlen, sondern wie ein ruhiger Platz im Alltag.
1) Ein kleiner Ruhe-Anker für jeden Tag: Tasse oder Becher
Eine Tasse ist so simpel, dass man sie unterschätzt. Aber genau das macht sie stark: Sie ist jeden Tag da. Ohne Worte.
Stimmig ist:
- ein ruhiges Motiv, das Wärme ausstrahlt
- optional Personalisierung (Name), wenn das zur Person passt
- ein kurzer Satz, der nichts fordert
Dazu ein Mini-Zettel:
„Für die Minuten, in denen Du kurz durchatmen kannst.“
2) Ein leiser Begleiter unterwegs: Trinkflasche
Schwierige Zeiten sind oft auch körperlich: wenig trinken, wenig Pause, viel Anspannung. Eine Flasche ist praktisch, aber sie kann sich trotzdem persönlich anfühlen.
Schön ist es, wenn sie sagt:
Ich begleite dich durch den Tag. Ohne Druck.
Wenn Du personalisieren lässt, wirkt es oft nicht wie „Produkt“, sondern wie „deins“.
3) Wenn Worte schwer sind: Papeterie, die Platz macht
Manche Menschen reden nicht gern darüber. Oder können es gerade nicht. Schreiben kann dann eine Brücke sein, ohne dass jemand zuhören muss.
Gute Ideen:
- ein Notizblock für „alles im Kopf“
- Karten, um kleine Sätze zu schicken, ohne Gesprächsdruck
- ein Set aus 2–3 Karten, damit die Person auch selbst mal nur kurz antworten kann
Du kannst auch eine Karte schenken, die gar nicht verschickt werden muss. Einfach als „für dich“.
4) Etwas zum Festhalten: ein kleines Schmuckstück
Gerade bei Angst, Stress oder innerer Unruhe hilft manchmal etwas, das man spürt. Ein Armband aus warmem, leichtem Material kann genau dieses „Ich bin noch da“ sein.
Hier geht es nicht um Schmuck als Statement, sondern um ein stilles Gefühl am Handgelenk.
Wenn Du dazu schreibst:
„Nur ein kleiner Begleiter. Kein Muss. Einfach da.“
dann nimmt das Druck raus.
5) Für „Ich weiß nicht, was ich brauchen kann“: Wundertüte oder kleine Geschenkbox
Wenn Du merkst, dass Du gar nicht genau weißt, was passt, ist eine gut zusammengestellte Mischung oft ideal. Nicht als „Alles wird gut“-Paket, sondern als liebevolles Sammelsurium aus kleinen Momenten.
Wichtig ist die Zusammenstellung:
- lieber wenige, stimmige Dinge
- eher Ruhe als Action
- eher Alltag als Programm
- nachhaltig, ohne Plastik-Kram, ohne Überladung
Genau diese Art kuratieren wir als Mutter-Tochter-Manufaktur: nicht beliebig, sondern mit Gefühl für das, was gerade trägt.
Die Karte ist oft wichtiger als das Geschenk
Du kannst das passendste Produkt der Welt finden. Wenn die Worte danebenliegen, fühlt es sich trotzdem falsch an.
Hier sind Textvorlagen, die in schwierigen Zeiten gut funktionieren. Du kannst sie 1:1 nehmen oder anpassen:
Kurze Karte:
- Ich denk an dich. Kein Druck. Ich bin da.
- Für heute. Und für die Tage, die noch kommen.
- Du musst nichts erklären. Ich schick dir nur Nähe.
Wenn es Trauer ist:
- Ich halte dich im Herzen. Ohne Worte, aber ganz nah.
- Es tut mir so leid. Ich bin da, wenn Du mich brauchst.
Wenn es Überforderung ist:
- Nur ein kleiner Reminder: Du musst nicht alles schaffen.
- Für deine Pause. Auch wenn sie nur fünf Minuten ist.
Wenn Du unsicher bist:
-
Ich weiß nicht, was gerade richtig ist. Aber wegbleiben wäre falscher gewesen.

Schenken als Haltung: nicht reparieren, sondern begleiten
Bei Alles auf Anfang glauben wir nicht an perfekte Worte und große Gesten. Wir glauben an das Echte: an kleine Dinge, die bleiben dürfen. An Geschenke für Frauen, die nicht laut sind, sondern stimmig. Nachhaltig gedacht, liebevoll zusammengestellt, oft personalisierbar, und immer so, dass sie sich nach Alltag anfühlen und nicht nach „jetzt muss es besser werden“.
Wenn Du also gerade überlegst, was Du schenken kannst: Du musst niemanden „aufbauen“. Du darfst einfach da sein. Und manchmal ist genau das das größte Geschenk.










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